Janko Belaj

kunstfotograf

Lichtschriften Dritte: Weite Ausblicke

(Marijan Grakalić für den Ausstellungskatalog)

Ausgehend von der großen und reichen panoramischen Welt, die uns umgibt, präsentiert sich der Fotograf Janko Belaj durch die ursprüngliche und unverfälschte Klarheit seiner Fotografien. Sie sind gerade deshalb bedeutsam, weil sie die Einfachheit und Ursprünglichkeit des künstlerischen Schaffens deutlich hervorheben. Das künstlerische Ereignis entfaltet sich hier auf mehreren Ebenen: zunächst durch die Fotografie selbst als Artefakt, und zum anderen durch ihren Inhalt (Ausschnitt und Blick), in dem die Entdeckung jeder einzelnen Panoramaansicht als etwas Neues, Frisches und zuvor Unberührtes festgehalten wird. Hier gibt es keine gefälligen Tricks. Beim Betrachten der Fotografien von Janko Belaj scheint es, als blickten wir auf eine Welt, wie sie einst war – im Lichtspektrum reduziert, um ihre starke Vitalität, Beständigkeit und jene Unberührtheit zum Ausdruck zu bringen, nach der der Künstler im Grunde sucht.

Belajs “fotografische Malerei” in diesem Zyklus von Lichtschriften – wie er seine Arbeiten selbst gerne nennt, vor allem aufgrund seines feinen Verständnisses und seines bewussten Umgangs mit der Mechanik des Lichts – erweitert tatsächlich bestehende Horizonte und fügt der Bildkomposition eine nicht minder wichtige Dimension innerer Lyrik hinzu, die für den ästhetischen Ausdruck des Autors wesentlich ist. Dominant ist eine forschende, fast pionierhafte Haltung, der Wunsch, das Ursprüngliche hervorzuheben (oder es durch die Fotografie zu erreichen) – sowohl im Bild selbst als auch im Erleben des Betrachtenden. Jede ausgestellte Lichtschrift dieses Werkzyklus wurde mit etwas längerer Belichtungszeit aufgenommen, damit sich in ihr alle, auch zuvor unsichtbare, Spiele des weißen Lichts und das natürliche Wechselspiel der Schatten widerspiegeln können. In diesem Sinne hält der Lichtschreiber nicht nur die bestehende Welt und ihre Panoramen fest, sondern erschafft sie zugleich – durch Können, künstlerische Erfahrung und die Berührung des Lichts. So entstehen Fotografien, von denen manche leicht und scheinbar unerreichbar wie Visionen wirken, zugleich aber real, wertvoll und neu sind.

Belajs im Kern einfacher, zugleich aber unverwechselbarer künstlerischer Zugang zum gesamten fotografischen Prozess verweist auf die wesentliche Essenz der Fotografie und ihre Fähigkeit, über das Dokumentarische hinaus zu einem künstlerischen, malerischen Werk zu werden – trotz der Vergänglichkeit der Zeit, in der sich alles wandelt und vergeht. Gerade deshalb besitzen diese Bilder jene treffend eingefangene lyrische und erinnernde Qualität, durch die es uns scheint, als hätten wir sie irgendwo schon einmal gesehen oder zumindest sehen wollen. Dies zeugt von der tiefen Hingabe des Autors, der mit seinen Arbeiten grundlegende menschliche Sehnsüchte berührt und einen breiteren kulturellen, ästhetischen und gesellschaftlichen Sinnhorizont erweitert. Perspektiven werden in der Aura der künstlerischen Begabung zu einer erkennbare Autorensignatur